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Die narzisstische Persönlichkeitsstörung aus psychotherapeutischer Sicht

Gastbeitrag von Dr. hum. biol. Michael Petery Untitled 1

Dr. Michael Petery studierte in Tübingen, Paris und Berlin. Bis 2014 war er am Universitätsklinikum in München-Großhadern tätig als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Klinik für Palliativmedizin und der Professur für Spiritual Care bei Prof. Dr. Eckhard Frick (Psychiatrie) und Prof. Dr. Traugott Roser (ev. Theologie). Seine Beiträge zur Sexualtherapie veröffentlicht er regelmäßig in seinem Blog www.sexualtherapie.online. Seine KlientInnen betreut er online, per Telefon oder persönlich in seiner Praxis für Psychotherapie (gemäß Heilpraktikergesetz) in Hildburghausen bei Coburg.

Liebe Leserinnen und Leser des himmelundhoelleblog,

es freut mich, Ihnen in meinem Gastbeitrag einige Informationen zum Thema Narzisstische Persönlichkeitsstörung vorzustellen.

Narzisstische Persönlichkeitstörung-
Warnung vor Laiendiagnosen

Dabei muss ich gleich zu Anfang eine Warnung voranstellen: Mein Beitrag soll nicht dazu ermutigen, bei anderen Menschen eine psychiatrische Diagnose zu stellen.

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung kann nur durch einen Psychiater oder einen erfahrenen Psychotherapeuten festgestellt werden. Laien und insbesondere Partner, Familienmitglieder und enge Freunde sind grundsätzlich nicht die Richtigen, um eine solche Diagnose abzugeben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die selbst im Beziehungsgeflecht beteiligt sind, Fehldiagnosen abgeben, ist sehr hoch.

Im Extremfall kann eine mitgeteilte Diagnose Menschen in akute Suizidgefahr bringen. Daher wird ein erfahrender Therapeut sich hüten, eigene Verdachtsdiagnosen auszusprechen, bevor er nicht Konzepte gefunden hat, wie der Patient mit den möglichen Folgen der mitgeteilten Diagnose umgehen kann.

Wenn Sie vermuten, Sie selbst oder Ihr Partner könnten an einer Persönlichkeitsstörung oder einer anderen psychischen Erkrankung leiden, sollten Sie sich unbedingt durch einen Therapeuten oder Arzt beraten lassen.

Persönlichkeitsstörungen als Aufgabe der Sexualtherapie

Persönlichkeitsstörungen sind als Krankheitsbild in der Öffentlichkeit weithin unbekannt. Und das, obwohl die Ergebnisse verschiedener wissenschaftlicher Studien darauf hinweisen, dass etwa 10% der Bevölkerung in Deutschland an einer Persönlichkeitsstörung leiden. Dazu kommen noch weitere Menschen, die zwar das Vollbild einer Persönlichkeitsstörung nicht erfüllen, aber dennoch einen großen Teil der Diagnosekriterien erfüllen (sogenannte Persönlichkeitsakzentuierung).

Im Rahmen der Paartherapie bedeutet das: rein statistisch gesehen, ist in jeder fünften Beziehung einer der Partner betroffen. Bei Paaren, bei denen Partnerschaftsprobleme bestehen, liegt der Prozentsatz sicherlich noch höher.

Natürlich heißt das nicht, dass in jeder Paarbeziehung, in der es Probleme gibt, einer oder beide Partner automatisch eine psychische Störung haben müssen. Es bedeutet aber, dass in jeder Therapie mit dem Vorhandensein solcher Störungen zu rechnen ist. Die praktische Konsequenz daraus: Häufig haben Probleme in der Partnerschaft sehr viel weniger mit der Partnerschaft selbst zu tun, als das auf den ersten Blick scheinen mag.

Persönlichkeitsstörungen- was bedeutet das?

Das Diagnosemanuals DSM-5 der Vereinigung amerikanischer Psychiater definiert die Persönlichkeitsstörungen durch folgende Kriterien:

  • Deutliche Beeinträchtigungen der Funktionsfähigkeit des Selbst (Identität oder Selbststeuerung) und der zwischenmenschlichen Kommunikation (Einfühlungsvermögen, Nähe).

  • Auftreten von krankhaften Persönlichkeitszügen in einem oder mehreren Bereichen.

  • Die Beeinträchtigungen sind ein dauerhaftes Muster, über lange Zeit hin stabil, und treten ähnlich in unterschiedlichen Situationen auf.

  • Die Beeinträchtigungen können nicht allein durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.

  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch die Einnahme von Drogen, Medikamenten oder sonstige medizinische Schädigungen (z.B. Hirnverletzung) erklärt werden.

  • Die Beeinträchtigungen können nicht durch den Entwicklungsstand des Betroffenen oder durch sein soziokulturelles Umfeld erklärt werden.

Persönlichkeitsstörungen- Konsequenzen in der Paartherapie

Nach den neuesten Erkenntnissen der Psychologie werden Persönlichkeitsstörungen nicht -wie noch bis zur Jahrtausendwende- als tief greifende Störungen der Gesamtpersönlichkeit verstanden, sondern als Störungen der Interaktion und der Beziehungsgestaltung. Bei Paaren, in denen ein Partner an einer „Persönlichkeitsstörung“ leidet, sind die Beziehungsprobleme sozusagen vorprogrammiert.

Als therapeutische Konsequenz ergibt sich daraus:

Bei Paartherapien ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich, um festzustellen, ob die gemeinsamen Probleme durch das Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung bei einem der Partner (oder auch bei beiden) mitbedingt sein kann.

Bei Vorliegen einer Persönlichkeitsstörung ist der Fokus der Therapie nicht nur auf die jeweils konkret vorliegenden Probleme zu setzen, sondern darauf, dass beide Partner den Wirkmechanismus der gestörten Beziehungsgestaltung verstehen und Strategien erlernen, damit umzugehen.

Eine Therapie kann den Leidensdruck, der durch eine Persönlichkeitsstörung innerhalb einer Partnerschaft verursacht wird, erheblich reduzieren. Dabei geht es vor allem auch um die Verbesserung der Lage des Partners, der selbst keine Persönlichkeitsstörung hat, indem er lernt,


1. nicht jede Reaktion des anderen auf sich zu beziehen,
2. mit gestörten Verhaltensmustern so umzugehen, das sie ihn selbst nicht belasten und
3. dafür zu sorgen, dass die eigenen Bedürfnisse innerhalb der Partnerschaft nicht zu kurz kommen.

Die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung kann im Rahmen einer Partnerschaft eine große Entlastung bedeuten: etwa dann, wenn durch eine solche Erkenntnis andauernde wechselseitige Schuldzuschreibungen der Partner wegfallen und die Erklärung der Schwierigkeiten im Krankheitsbild selbst gesehen werden kann.

Narzisstische Persönlichkeitstörung- Besonderheiten

Nach dem Krankheitenkatalog der Weltgesundheitsorganisation ICD-10 (F60.8 und Anhang 1) müssen für die Diagnose einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung neben den allgemeinen Kriterien für eine Persönlichkeitsstörung mindestens fünf der folgenden Zusatzkriterien erfüllt sein:

  1. Überzeugung, selbst besonders wichtig zu sein: Übertreibung der eigenen Fähigkeiten ohne Vorliegen tatsächlicher Leistungen

  2. Fantasien von grenzenlosem Erfolg, Macht, Schönheit oder erotischer Ausstrahlung

  3. hält sich für einzigartig und glaubt, nur von anderen „besonderen“ oder hochgestellten Persönlichkeiten verstanden zu werden

  4. benötigt exzessive Bewunderung

  5. Anspruchsdenken: erwartet überall bevorzugte Behandlung

  6. benutzt andere Menschen rücksichtslos, um eigene Ziele zu erreichen

  7. mangelndes Einfühlungsvermögen für Gefühle und Bedürfnisse anderer

  8. ist selbst oft neidisch oder glaubt, beneidet zu werden

  9. arrogante, hochmütige Verhaltensweisen

Narzisstische Persönlichkeitstörung-
die grundlegenden Selbst-Schemata

Wie bei allen Persönlichkeitsstörungen legt sich die Vermutung nahe, dass eine so gravierende Störung bereits in der Kindheit ihren Anfang genommen hat. Zugrunde liegen zwei getrennte Schemata über die eigene Person, die sich durch entsprechende frühkindliche Erfahrungen gleichzeitig fest eingeprägt haben.

Das ist zum einen ein negatives Selbstschema, begründet in Erfahrungen wie: „Es gibt niemanden, der mich auf dieser Welt liebt und wertschätzt.“, „Egal wie sehr ich mich anstrenge, es gelingt mir sowieso nichts.“, „So wie ich bin, bin ich einfach nicht genug.“ Solche Selbstsicht kann durch ein Elternhaus ausgelöst sein, in dem es an Wärme und Zuwendung für das Kind gefehlt hat.

Zum zweiten und parallel dazu entwickelt sich bei einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung aber noch ein zweites Selbstschema, das sich aus genau umgekehrten Selbstansichten zusammensetzt: „Ich bin besser als die meisten anderen auf dieser Welt.“, „Ich kann es schaffen, bewundert und erfolgreich zu werden.“, „Ich verdiene besondere Beachtung und Hochschätzung durch die Menschen um mich herum.“

Grundlage für die Herausbildung eines solchen Doppel-Schemas kann ein Elternhaus sein, in dem es zwar einerseits an Wärme und Zuneigung fehlt, dem Kind aber gleichzeitig und wie zum Ersatz gesagt wird: „Unsere Familie ist etwas Besseres, und auch du selbst.“, „Du wirst es mit deinen Möglichkeiten noch sehr weit bringen im Leben.“

Ein wirklicher Trost für die emotionale Unterversorgung ist das natürlich nicht- die angebliche Großartigkeit kann aber für das Kind zum emotionalen Anker werden, um die Lücken in der tatsächlichen Wertschätzung und Liebe zu verdrängen. Die Psychologin Alice Miller hat solches elterliches Verhalten eindringlich beschrieben mit dem Satz „Du sollst nicht merken!“- nämlich das, was dir in deiner Kindheit angetan wurde.

So perfekt dieses Tarnsystem emotionaler Vernachlässigung funktioniert (so dass die betroffene Person selbst es kaum jemals durchschauen kann), so wenig kann es gelingen, die beiden gleichzeitig erlernten Grundschemata tatsächlich miteinander in Einklang zu bringen.

Gerade weil die beiden Teil-Schemata inhaltlich nicht miteinander kompatibel sind, kann es bei einem Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung immer wieder zu plötzlichen Stimmungsumschwüngen kommen. Geringfügige kritische Bemerkungen können einen solchen Menschen, der eben noch vollkommen optimistisch und zupackend auftrat, zutiefst verunsichern.
Im Grunde genommen weiß ein solcher Mensch weder, was Liebe und Zuneigung bedeuten, noch was ein wirklicher Erfolg ist, auf den er stolz sein kann.

Tatsächliche eigene berufliche Errungenschaften werden von ihm letztlich nicht wahrgenommen, genauso wenig wie Menschen, die ihm mit tatsächlicher Liebe und Zuneigung begegnen. Das einzige, was zählen würde, wäre das Erreichen der von den Eltern verheißenen Ideale, die aber in der Wirklichkeit aber niemals erreicht werden können.

Weil diese Ideale das einzige sind, an die sich ein solcher Mensch in seiner Kindheit klammern konnte, ist es nahezu unmöglich, ihn in einer Therapie dazu zu bewegen, von solcher Selbstüberhöhung Abstand zu nehmen- die (oft nicht einmal bewusste) Angst vor dem Sturz ins Bodenlose sitzt viel zu tief.

Umgangsstrategien: Die guten Seiten akzeptieren und für sich selber sorgen

Wenn ein Partner in einer Beziehung eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat, bedeutet das für den/die andere/n:

  • Es ist sehr schwierig, das Verhalten des kranken Partners ändern zu wollen. Wenn überhaupt, müsste der Wunsch nach einer Veränderung von ihm selbst ausgehen, um Erfolg zu haben. Ohne Veränderung ist es allerdings aus therapeutischer Sicht fraglich, ob die Beziehung auf Dauer überhaupt funktionieren kann.

  • Möglicherweise sieht die Gesamtbilanz der Beziehung in vielen Fällen aber gar nicht so schlecht aus: Ein Mensch mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung kann in der Öffentlichkeit durchaus charmant und großzügig auftreten und der/die Partner/in kann davon auch profitieren.

  • Die einfachste Umgangsstrategie ist es daher, einen Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung so zu akzeptieren, wie er eben ist, und sich immer wieder klar zu machen, dass unangenehme Verhaltensweisen eines solchen Partners nur wenig mit der Beziehung oder der eigenen Person zu tun haben.

  • Viele Menschen (insbesondere Männer) mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung erzählen ihrem Partner/ihrer Partnerin Fremdgeh-Geschichten. Sie wollen den Partner/die Partnerin in den allermeisten Fällen nicht persönlich verletzen: Vielmehr geht es einem solchen Mann darum, sich selbst und der Partnerin immer wieder zu beweisen, wie potent er ist. Die Gefühle der Partnerin spielen da kaum eine Rolle. Das kann zu tiefgreifenden Verletzungen führen, die ein Fortbestehen der Partnerschaft unmöglich machen.

  • Wer dauerhaft mit einem Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung zusammenbleiben möchte, sollte vor allem selbst auf seine eigenen Bedürfnisse achten- schließlich der Partner durch seine Erkrankung kaum dazu in der Lage, persönliche Wünsche und Bedürfnisse anderer Menschen zu erkennen.

In leichteren Fällen ist ein gesunder Schuss Egoismus -verbunden mit der Fähigkeit, selbst die guten Seiten des gemeinsamen Lebens genießen zu können – vermutlich die beste Strategie, mit einem Menschen zusammenzuleben, der eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. In schwereren Fällen bleibt oft nur die Trennung als Lösung, damit der Partner/die Partnerin nicht selbst dauerhaft psychischen Schaden erleidet.

Wenn Sie zu diesem Thema weitere Fragen haben, besuchen Sie doch meinen Blog: www.sexualtherapie.online. Oder Sie schicken mir eine Nachricht an michael@petery.eu.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Dr. hum.biol. Michael Petery

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Update

Linksammlung erweitert.

Ein kleiner Hinweis zu meiner Linksammlung:

ich versuche, möglichst vielfältige Links zusammenzutragen. Manchmal ist nicht alles auf den Seiten wirklich hilfreich, aber Passagen und teilweise auch weiterführende Links. Also lest euch durch, und zieht Nutzen aus den Teilen, mit denen ihr persönlich etwas anfangen könnt.

Gerade im Bereich Pornosucht gibt es viele extrem christlich geprägte Seiten, die ich persönlich für wenig hilfreich halte, denn Gott wird das Krankheitsbild nicht ‚richten‘, egal, wieviel ihr betet! Das muss man selbst tun, möglichst mit Hilfe eines Psychologen oder Therapeuten. Und wenn der christliche Glaube dabei unterstützend hilft, sehr gut! Aber alleine der Glaube versetzt keine Berge! Pornosucht ist kein ‚Fimmel‘,  der sich irgendwann wieder ‚auswächst‘ oder einfach so verschwindet. Es ist eine ernsthafte psychische Störung, die sowohl den Betroffenen, als auch sein Umfeld sehr stark im negativen Sinn belasten kann.

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Fremdgehen

http://umgang-mit-narzissten.de/narzissten-brauchen-die-affaer

Schuld sind immer die Anderen! Man hat ihn quasi zum Betrug getrieben!

Auszug aus o.g. Quelle:

………. Der Narzisst kann den Partner nicht mehr respektieren, weil er ihm nicht mehr genügt und weil er glaubt, es gäbe noch etwas Besseres für ihn. Und der Partner will sich nicht mehr mit dem Narzissten unterhalten, weil er ohnehin nur noch gemaßregelt wird und der Narzisst stets alles besser weiß. Deshalb ist der Partner nur noch genervt und verwehrt daher den Sex oder hält seinen Körper nur noch zur Lustbefriedigung des Narzissten hin, weshalb diese ganze Veranstaltung eher standardisiert verläuft……..

……… Doch ganz der Wesensart eines Narzissten entsprechend übernimmt er keinerlei Verantwortung und wird die Schuld auf die anderen schieben: Der Ehepartner hat sich nicht genügend um ihn gekümmert, es passierte nach einer durchzechten Nacht, man hat sich ohnehin nichts mehr zu sagen, die Ehe wäre am Ende oder der andere gehe schließlich auch fremd. Gerne äußert er auch, dass keine Liebe im Spiel war oder nutzt die einfache Ausrede, dass Männer nun einmal von Natur aus untreu seien, weil das so in den Genen angelegt ist…….

 

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Nein, nicht immer!

Ich halte viel von der Seite ‚Vom Umgang mit Narzissten‘! Viel habe ich von der Seite gelernt und, wenn auch spät, aber immerhin, begriffen und mein eigenes Fehlverhalten erkennen gelernt und kann es nun vermeiden und/ oder einordnen.

Dennoch habe ich jetzt einen Beitrag gefunden, der aus meiner Erfahrung und aus Erfahrungen, die ich durch die Zuschriften zu meinem Blog gelernt habe, nicht unterstreichen kann. Diesmal ist der Beitrag zu oberflächlich und sogar in Teilen  irreführend, teilweise erschreckend verschleiernd.

Es gibt nicht ‚DEN‘ Narzissten alleine, den man in dem post http://umgang-mit-narzissten.de/wie-verfuehrt-ein-narzisst/ findet. Das ist oberflächlich und plakativ geschrieben. Der Narzisst ist viel subtiler und kann sich extrem anpassen. Die Attribute, die hier beschrieben werden, treffen zwar manchmal zu, sind aber nicht allgemeingültig. Das ist lediglich die allgemeine Form, die offen erkennbar ist.

Viel gefährlicher sind aber die, die sich verwundbar, und extrem hilfsbedürftig zeigen. Sie suggerieren dem angestrebten Partner in der sog. ‚Love-Bombing-Phase‘ eine Hilfsbedürftigkeit und appellieren an den tief verwurzelten Helferinstinkt der Frauen. Zielsicher finden sie auch immer wieder  Damen, die genau in das Schema passen! Sie suchen selbst eine Familie, ein Heim, Sicherheit und der vulnerable Narzisst spielt genau mit diesen Bedürfnissen. Er sucht sich instinktiv Frauen, die genau das wollen: eine Familie, Sicherheit, ein Heim und eine gesicherte Existenz. Und er ist meistens in der Position, dass er aus finanzieller Sicht all das bieten kann. Und er überhäuft die Frau und (wenn vorhanden) gerne auch die Kinder mit großzügigen Geschenken, Einladungen, Konzertkarten. Er sucht zielsicher die Frauen, die dafür am anfälligsten sind, meist schon mit Kindern, denn dann muss man sich nicht um eigene kümmern und kann die Verantwortung immer gerne abgeben.(sind ja nicht meine). Es werden ungefragt teure Geschenke gemacht: z.B. eine Satelitenanlage, die keiner erfragt hat und die auch eigentlich unnötig ist. Sie vergammelt dann auf dem Speicher, dient aber immer dazu, darauf hinzuweisen: „Schau, was ich dir gekauft habe und du weisst es nicht zu würdigen“

Auch sehr beliebt ist es, den Kindern Besuche in teuren Abenteuerbädern zu finanzieren, die die Mutter sich alleine  nie leisten könnte. Oder teure Elekrogeräte, die die Mutter den Kindern nie finanzieren könnte, aber sie dem Nachwuchs auch nicht versagen möchte. Aussagen, wie: heute zahle ich den Einkauf, ich esse ja schliesslich auch mit‘ oder, schau, den Pullover musste ich dir einfach kaufen, er passt so gut zu deinen Augen!! Oder auch sehr beliebt: Was soll ich mit all meinem Geld, ich seh so gerne, wenn es anderen gut geht.“

Daran ist im Prinzip nichts verkehrt, und es ist schön, unterstützt zu werden. Wenn da nicht permanent das schlechte Gewissen wäre. Und genau das wird mit rührseligen Geschichten von einer übergriffigen Mutter, die permanent das Zimmer des Sohnes durchsucht und umräumen, oder „Du bist die einzige Frau die mich versteht“, Sowas, wie mit dir habe ich noch nie erlebt“…Und immer genau dann, wenn die Frau versucht sich zu lösen, dann passiert ein ‚Unglück‘ und er muss sich genau dann auf sie verlassen können. „Ich hab soviel für dich getan, ich brauche dich….. Mir geht es so schlecht, ich bin froh, wenn ich bei dir sein kann, meine Mutter macht mich verrückt.“

Krankheit, vermeintliche Krankheit, wird eingesetzt um das schlechte Gewissen noch zu schüren. Immer dann, wenn es droht, unangenehm zu werden, dann holt er die vermeintlich körperlichen Beschwerden hervor. Mir tut meine Schulter so weh, mein Knie schmerzt, ich habe Kopfschmerzen. Ich kann einfach nicht mehr. Ich brauche Ruhe und die finde ich nur bei dir. Lass mich einfach nur in deinem Bett liegen und Ruhe haben.

Das geht solange, bis er sie ‚am Haken hat‘! Dann wird er zwar immer noch „krank“, aber nur, um ihr zu zeigen, wie schlecht sie ist. Denn nun verursacht SIE die vermeintlichen Schmerzen, genau wie früher die übergriffige Mutter. Und so will keine Frau sein. Nicht wie die Mutter. jetzt werden die Krankheiten als Druckmittel und als Ausflucht genutzt. Und um ein schlechtes Gewissen zu machen. Drängt sie ihn, zum Arzt zu gehen, dann drangsaliert sie ihn, wie seine Mutter es getan hat. Will sie, dass er sich durchchecken lässt, dann steht ihr das nicht zu.

Nicht jeder Narzisst folgt dem herkömmlichen Bild, das man aus den oberflächlichen Medien kennt, nein, sie sind so unterschiedlich, wie die Sandkörner am Strand.

Drum schaut hin. Seid nicht leichtgläubig. Sagt früh genug NEIN. Meint er es ehrlich, wird er es akzeptieren und verbietet ihm gleich zu Anfang, die Kinder als Mittel zu benutzen. Ich weiss, das fällt jeder Mutter schwer.Ihr wollt das beste für die Kiddies, gerade dann, wenn ihr es selbst nicht aufbringen könnt. Aber denkt immer daran: Euren Kindern geht es nur solange wirklich gut, wie es Euch gut geht. Und sie haben ein feines Gespür. Seid wachsam!

 

 

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Arm, aber reich!

Gastbeitrag von Ilona W.

Wenn ich an die Zeit denke, in der ich mit dir gelebt habe, dann war ich reich. Ich hätte mir kaufen können, was ich wollte. Neue Schuhe, Klamotten usw. Alles, was ich mir wünschte. Ich hätte aber nicht das gehabt, was ich mir am meisten wünschte! Einen Mann  an meiner Seite. Das warst du nicht und du hast dich, auch wenn du es immer bestritten hast,  nur über finanzielles Guthaben definiert! Klar, du hast eine schäbige Karre gefahren, mit Beulen (an denen immer die anderen Schuld waren), einen günstigen Anzug (aber nie genug Geld, um dir mal eine anständige Alltagshose zu kaufen), Geld ohne Ende , aber nie das Interesse, es entsprechend anzulegen ( und mal ganz nebenbei daran erinnert: Ich hab auch was dazu verdient, das wurde nie angelegt oder angehäufelt! Das wurde immer ausgegeben für die alltäglichen ‚Kleinigkeiten‘, wie Lebensmittel usw.  Und kam dann halt deinem Konto zu Gute! Also das Statement, du habest mich nur ausgehalten, ist eine gltte, aber zu dir passende, Lüge!). Mich hast du belächelt, weil alle anderen ‚Frauen‘ sich permanent Schuhe kaufen und ich mit 3 Paar auskam. Und jetzt lebe ich billig und in einer Bude. Ich lebe von Wurstresten an der Fleischtheke und von Klamotten  aus 3. Hand. Du hast mich belächelt, wenn ich während unseres Einkaufs berechnet habe, was am Ende an der Kasse raus auskommen durfte. Heute kommt mir das zu Gute, denn ich hab oft nur 10 € um den Wocheneinkauf zu tätigen. Ich lebe nicht mehr in meinem schönen Haus und ich sitze nicht mehr auf meiner Treppe und trinke meinen Morgentee. Ich kann nichts mehr pflanzen in meinem Garten, der mir gehört. Ich kann dich nicht mehr beobachten, wenn du nachts mit Lampen am Rasenmäher deine Runden ziehst. Ich kann nicht mehr in mein schön bepflanztes Blumenbeet schauen und mich an der Blütenpracht erfreun.  Ich seh die Bäume und Sträucher, die wir gemeinsam gepflanzt haben, nicht mehr wachsen und gedeihen. Ja, was das betrifft bin ich arm. Ich lebe am Existenzminimum, weil du das so wolltest. Du wolltest so leben, wie du es jetzt vermutlich tust. Genauso, wie du wolltest, dass ich vorher nur für dich da bin. Ich sollte nicht auf eigenen Füssen stehen, ich sollte ‚dein‘ sein. Und ich war es gerne. ich habe das geliebt und nein, ich wollte da nicht ausbrechen. Für mich hätte das so weiter gehen können. Und ich habe die Augen zu gemacht, vor dem, was du wirklich bist!

Ich habe sie fest verschlossen. ich wollte nicht sehen, was da passiert. Du hast mich ans andere Ende von Deutschland gebracht.Weisst du noch, was die Headhunterin zu dir gesagt hat: Ihre Frau muss sie sehr lieben, dass sie so ohne weiteres mit ihnen überall hin geht! ‚ Und du warst so verdammt stolz. Und ich war so verdammt dumm. Ich habe nicht gesehen, dass du nur jemanden brauchst, der dir den Rücken stärkte, bis du ‚Fuß‘ gefasst hast. Bis das Haus fertig war, bis du ‚heimisch‘ warst.Dafür war ich gut genug. Gut genug, wie immer, bis du sicher warst, bis das ‚Umfeld‘ stimmte. Ja, ich bin mit dir aufgestiegen und du hast mir viel erlaubt. aber (im nachhinein betrachtet) immer nur soweit, wie es dir gepasst hat. Die Argumente waren immer hübsch verpackt. Ich weiß das. Ich weiß das heute. Damals dachte ich immer noch, dir läge etwas an mir. Aber gut, sei es, wie es gewesen ist. Ich hab es mit mir machen lassen und ich habe nicht dahinter geschaut. Und jetzt bin ich arm! wirklich arm. Ich bin zu alt, um nochmal neu in einem Job Fuß zu fassen. Auch, weil ich in einer Region lebe, in der es nicht gerade massenhaft Arbeit gibt. Aber das war das erst beste, was ich bekommen habe, nachdem ich mich zur Flucht entschieden habe. Und es war eine Flucht.  Nicht die erste, es war insgesamt gerechnet die 3. Und diesmal konntest du mich nicht wieder ‚weich‘ bekommen. Ich habe einfach nicht mehr zugehört und Fakten geschaffen, die nicht so einfach zu überwinden waren. Ich habe mich frei gemacht. Und ich habe NEIN gesagt! Und es lag vermutlich auch daran, weil du schon zu sehr in deiner Sucht gefangen warst! Sie musste befriedigt werden und das ging am besten ohne mich. Und das hst du bewiesen mit nur einem Bild (das auf das ich dich angesprochen habe, und das dannso schnell aus dem netz verschwunden ist)

Jetzt bin ich arm, finanziell gesehen wirklich richtig mies arm! Alles, was mich hätte ein klein bisschen besser leben lassen, als ich es jetzt tue, das hast du mutwillig und aus Rachsucht zerstört. Weil ich nicht  (mehr) funktioniert habe, wie du es wolltest. Und weil es angeblich dein neues Liebchen, das nun wohl auch schon nicht mehr existiert, so verlangt hat. All die kleinen Fiesivitäten, die du mir angetan hast, will ich gar nicht benennen. dabei hab ich dir nur gegeben, was du wolltest. Ich bin gegangen und ich habe dir NICHTS genommen. Und was du aus unserem Haus gemacht hast, das will ich gar nicht erst niederschreiben. Mir reichen die Bilder, die ich letzthin  gesehen habe. Und es macht mich traurig!

Aber ich bin jetzt reich!

Ich gehe Abends ins Bett und kann ruhig einschlafen. Es sitzt niemand über mir in meinem Schlafzimmer einen Stock höher, der dort am chatten mit irgendwem ist, um sich zu verabreden., oder CS zu haben. Ich kann weg gehen, ohne Angst zu haben, dass sich jemand in meinem Bett mit meinem Mann lümmelt und sei es nur per Cam., während ich nicht zu Hause bin. ich kann mir zu Essen machen, was ich möchte, ohne dauernd gesagt zu bekommen, wie toll das die Mama oder die supercoole Schwester gemacht hat. Ich kann mich schminken, ohne mir sagen lassen zu müssen, dass das die jungen Mädels bei dir im Büro besser machen.  Und ich bekomme Komplimente dafür! Ich ziehe an, was ich will und nicht, was deine BüroMäuse dir vorleben! Und ich fühle mich toll dabei. Ich gehe auf Konzerte, und wenn ich mich rum drehe, dann sitzt da keiner, der ein Gesicht zieht! Niemand, der miesepetrig nit tiefen Rillen um den Mund und auf der Stirn missbilligend jeden Schritt beobachtet,  den ich tue.

Und ja ich bin jetzt reich! Sehr reich! Denn ich muss mich nicht schämen, wenn meine Freunde ins Haus kommen. Und ja JETZT habe ich welche. Denn niemand vergreult sie mir, weil er vom Tisch aufsteh t und einfach weggeht und den Gästen das Gefühl gibt, zu stören, nur weil er en Gesprächen nicht folgen kann, weil es um Literatur und Musikstücke der Klassiker geht.  Und ich bin reich, weil ich Geschenke bekomme, die man mit Geld nicht bezahlen kann.: Es kommt jemand und spielt Musik für mcih, FÜR MICH, weil ich es wert bin. Man sitzt an meinem Tisch und bleibt bis 2 Uhr in der Frühe, weil man sich wohl fühlt! Es wird gelacht und Spass gehabt! Lustige und tiefsinnige Gespräche! Und das musste ich erst wieder lernen. Ich bin finanziell sehr arm, so dass es manchmal schon weh tut,  aber ichbin reich! Extrem reich!  🙂

Ich habe Freunde!

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Demnächst

Nach längerer, teilweise unfreiwilliger Pause und langem krankheitsbedingtem Ausfall meinerseits, wird es im März wieder verstärkt Beiträge  auf meinem Blog geben. Habt also noch ein bisschen Geduld, spannende Mails, die ich in den letzten Wochen bekommen habe, werden gerade bearbeitet und erscheinen demnächst

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Farwell

Farwell my love!
I so wish I could have shown you this place and that we could have been as happy as we where at Low Urpeth. I so wanted to see your eyes water, as they did, when I showed you the shores of Lindisfarne and Bamburgh Castle. I so wanted you to see the hills, overgrown with heather, sparkeled with white sheeps  and than see your smile again, as happy and as free as it was.  I so wanted you to turn around and see in your eyes the love we shared once.
Farwell my love, once in a while and in another life, we will meet and dance the dance of live! And we will dance till the end of time…. We will!