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Parallele Welten

Ich oute mich jetzt mal als Star Trek Fan. In jeder Staffel gab es eine Episode mit einer parallel Welt. Ein Crew Mitglied war zur gleichen Zeit auf derselben Ebene gefangen, für die anderen aber nicht sichtbar. So kam ich mir auch manchmal vor. Nur dass es nicht Welten waren, die da auf verschiedenen Ebenen existierten, sondern Wahrheiten. Und das begreife ich bis heute nicht wirklich. Rational schon, ja ich weiß, das gehört mit zu der Persönlichkeitsstörung, oder Veränderung. Emotional fällt es mir aber schwer, das nicht einfach als Lüge abzutun.

Begebenheiten, die wir zusammen erlebt haben, für die es Bilder als Beleg gibt, haben sich auf einmal zu einem ganz anderen Datum abgespielt, oder sie ‚waren gar nicht so’. Geschriebene Emails gibt es so nicht mehr „das hab ich nie geschrieben!“ (obwohl ich sie vorlegen kann). Gesprochene Worte, die keine Minute her sind: „Das hab ich nie gesagt! Ich bin doch nicht blöde, dir das zu erzählen!“ wie gesagt, keine Minute her! Auch egal, wenn andere Personen dabei gewesen sind, und das bestätigen könnten.

Es gab wirklich Zeiten, da hab ich an meinem eigenen Verstand gezweifelt, ich musste mich dann selbst kontrollieren und nachsehen, ob ich mich nicht getäuscht habe. Und manchmal hätte ich wirklich gerne ein kleines Aufnahmegerät mitlaufen lassen. Manchmal kam ich mir vor, als ob ich in Londons Pimlico Square Nr. 12 wohnen würde. ( Für die, die nicht wissen, was das für eine Adresse ist: ‚Gaslight’ hieß der Film, indem ein Mann versucht, seine Frau in den Wahnsinn zu treiben. Nach außen der liebe, gute, fürsorgliche Ehemann aber in Wahrheit ein Monster. Ich will damit nicht sagen, dass mein Mann ein Monster war, aber viele Szenen und einige seiner Argumente hätten durchaus aus dem Film stammen können.

Okay, manche Sachen sind auch ‚zurecht gebogen worden’ damit Taten nicht entdeckt werden, damit man ihm nicht auf die Schliche kommt. Aber bei den meisten Sachen musste ich feststellen, dass er das wirklich geglaubt hat. Am schlimmsten fand ich aber den Satz: „Das bildest du dir ein! Du verdrehst immer alles!“ Denn der hat mich wirklich dazu gebracht, alles zu kontrollieren, mich selbst dauernd in Frage zu stellen. Ich hab mir manchmal selbst nicht mehr getraut. Es hat mich unsicher gemacht und es war auch ein Totschlagargument. Manchmal bin ich Gesprächen von vorn herein aus dem Weg gegangen, weil ich schon zu beginn wusste, dass ich nicht weiterkomme, weil er eine andere „Sicht der Dinge hat“ und ich ‚immer alles verdrehe’.

Das hat tiefe Spuren hinterlassen. Ich bin misstrauisch geworden und kann nicht mehr alles glauben, bzw. einfach mal so hinnehmen, was mir jemand sagt. Ich bin dauernd versucht, das Gesagte nachzuprüfen. Ich bewahre alles auf, ich hab X Gigabyte große Festplatten, voll mit gespeicherten mails, auch wenn sie schon 10 und mehr Jahre alt sind. Und ich ertappe mich dabei, wenn ich über das Löschen nachdenke, dass ich mir sage: heb mal auf, du weißt nie, für was du die noch brauchen kannst. Wenn jemand mir was Nettes sagt, ist mein erster Gedanke entweder: ‚Was will der erreichen?’ Der 2. ist dann: ‚Stimmt das, oder will er was verbergen?’ Das macht traurig und manchmal auch wütend!

Einfach so, blind vertrauen, wie ich das früher getan hab, kann ich nicht mehr. Mir fehlt die Leichtigkeit, ich bin dauernd in ‚Hab-Acht-Stellung“. Es ist traurig, wie ein Mensch ein anderes Leben beeinflussen und zerstören kann. Zumindest bin ich mir heute sicher, dass nicht ich alles „vergessen hab“ oder „alles verdreht“ hab. Zumindest zweifle ich nicht mehr an meinem eigenen Geisteszustand. Und das war ein harter Schritt bis dahin, denn ich war eher bereit, an mir zu zweifeln, als in ihm das zu sehen, was er war und ist!

 

 

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Wenn du die ‚NEUE’ bist!

Beim recherchieren bin ich auf einen interessanten Text gestoßen:

Er vertraut Dir, wie keiner zuvor, legt alles offen

Er erzählt Dir all seine dunkelsten Geheimnisse (zumindest die, bei denen er glaubt, dass sie ihm Mitgefühl und Aufmerksamkeit einbringen). Er ist sich bewusst, dass er sich in der Vergangenheit schlecht benommen hat (wobei dies auch nur aufgrund seiner damaligen Partnerin war).

Da Ihr beide so eine besondere Verbindung habt, kann er Dir gegenüber bezüglich alldem offen und ehrlich sein. Schau, wie sehr er all dies bereut, das kann doch nur heißen kann, dass er so was nie wieder tun wird, oder? Nicht mit Dir! Bei Dir wird alles anders!

Ok, er hat seiner Ex dieselben dunklen Geheimnisse erzählt und sich in gleicher Weise geöffnet, na und? Er hat ihr gegenüber sein schlechtes Gewissen bezüglich vorangegangenen Partnerinnen genauso erleichtert, na und? Er hat ihr dieselben schnulzigen Geschichten erzählt und vorgegeben, an alldem zu arbeiten, na und? Er hat seine Therapeuten und sein Umfeld angelogen, na und? JETZT meint er es ernst, mit Dir.

Er sagt, dass die Dinge diesmal anders liegen – weil Du da bist. Obwohl er sagt, dass er für seine Taten die Verantwortung übernimmt, betont er auch gleichzeitig, dass besonders ihr Verhalten sein schlechtes Benehmen hervorgebracht hat. So wird das mit Euch nicht ablaufen. Klar…er hat die gleichen Dinge auch zu ihr gesagt, aber diesmal wird er sich anders verhalten, weil er Dir nämlich versichert hat, wie sehr Du Dich von ihr unterscheidest.

Selbst wenn er anderen Menschen erzählen sollte, wie sehr Du ihn an SIE erinnerst? Das bedeutet nicht, dass er den alten Mustern folgt, den gleichen Frauentyp verfolgt. Das bedeutet nicht, dass er Dich ab einem gewissen Zeitpunkt genauso missbrauchen wird!

Er ist ein so netter, wundervoller, hilfsbereiter Mann, natürlich war SIE es, die ihn dazu gebracht hat, so zu agieren!

Was soll’s dass er eifrig damit beschäftigt war, hinter ihrem Rücken ihre gemeinsamen Freunde zu vergiften, während er ihr erzählte, dass „sie das Beste ist, was ihm jemals passiert ist“, und dass er noch „nie jemand so sehr geliebt hat wie sie?“. Das bedeutet nicht, dass er noch immer die Fähigkeit zur Manipulation und Unehrlichkeit und Grausamkeit besitzt. Der Arme war einfach nur verwirrt, weil sie sich so irrational verhalten hat.

Sowieso wird er sowas nie wieder tun, denn jetzt hat er ja die richtige Frau, die ihn liebt und die ihn verhätschelt. SIE hat ihm einfach nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die er so dringend braucht. Aber Du wirst es ja tun. Daher wird er Dir das auch NIE antun.

 Es war Schicksal, dass er Dich so plötzlich und so schnell fand

Es ist doch egal, dass Ihr zusammen seid, obwohl die Trennung von seiner Ex noch kein Jahr her ist? Es ist doch kein Verbrecher, der erst ein paar Jahre Therapie braucht um an seinen Themen zu arbeiten, bevor er in eine neue Beziehung eingeht, oder?

Es ist doch egal, dass er seine vergangenen Partnerinnen über Monate und/oder Jahre misshandelt hat und Täter war. Mit der richtigen Frau an seiner Seite kann er sich selber binnen weniger Monate heilen. Er wird niemandem mehr weh tun, am allerletzten Dir. DU bist die richtige Frau, die ihn rettet und ihm hilft.

Die Ex zu hassen ist einfacher als die Ex zu fürchten

Sind sie nicht schrecklich, diese Geschichten von seiner Exfrau, die ihn emotional sitzen gelassen hat?! Er hatte es so verdammt schwer im Leben! Wie grausam von ihr, überhaupt nicht an der gemeinsamen Ehe arbeiten zu wollen! Das wollte sie erst, als er schweren Herzens den Entschluss fassen musste, sich zu trennen. Sie war so kaltherzig! Der arme Mann, er hatte sogar einen Therapeuten aufgesucht, weil sie das wollte!

So eine schreckliche Frau! Dass SIE durch sein Verhalten emotional bereits so am Boden zerstört war, dass sie einfach nur noch erleichtert war, als er gehen wollte: undenkbar! Alles Gerüchte!

Natürlich hat er sie weder emotional missbraucht noch belogen. Dazu wäre er doch gar nicht in der Lage! Dass seine Ex ihm nicht vertraut hat, hatte nichts mit ihm zu tun, sondern lag an ihrer neurotischen Natur. Sie war wirklich krankhaft eifersüchtig!

Vielleicht seid Ihr zusammengekommen, während er noch lose mit einer anderen Frau liiert war. Das war schließlich nur eine lose Affäre. Sie hatte sich ihm förmlich aufgedrängt, um ihm über seine Ex hinwegzuhelfen und ihr einen kleinen Denkzettel zu verpassen. Natürlich hat er sie diesbezüglich weder belogen noch manipuliert, so etwas würde er NIE tun!

 

 

Mehr lesen auf: https://www.re-empowerment.de/haeusliche-gewalt/trennung/die-eine-andere/

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Pornosucht und Diskussionen

Schwieriges Thema, belastendes Thema. Denn mit dem Partner über seine Sucht reden, oder versuchen ‚ihm zu helfen’ ist zwecklos. Wir können ihm da nicht raus helfen, das geht erst, wenn er selbst es will. Und deshalb und wegen den schlechten Diskussionsverläufen bleiben wir frustriert und traurig zurück.

Frauen neigen gerne dazu, das ‚Problem’ auszudiskutieren und machen dabei aber auch den Fehler, gerade wenn es uns so sehr berührt, Vorwürfe einzubauen. Das ist ein großer Fehler (den ich auch gemacht habe). 1. macht das Gegenüber dann entweder zu, oder er antwortet mit Gegenvorwürfen. Das verhärtet die Fronten und man erreicht gar nichts. 2. Er fühlt sich in die Enge getrieben, und macht deshalb dicht.

Aus heutiger Sicht würde ich das anders angehen! Vermutlich würde ich ihm sagen: ich möchte dir etwas sagen, will aber erst einmal nicht unterbrochen werden und möchte auch keine sofortige Antwort darauf! Also hör mir bitte zu und wir reden dann später!“ Vorher würde ich mir genau zurechtlegen, wie ich über meine Gefühle und meinen Zustand rede! Und vor allem ich würde versuchen, es knapp zu formulieren. Vielleicht würde ich es sogar aufschreiben und solange daran feilen, bis es passt. Ohne Vorwürfe, sondern möglichst nur Fakten und kurz, vor allem kurz! Ich weiß nicht, ob das ein positives Ergebnis gebracht hätte, aber es wäre ein anderer Ansatz gewesen. Und man wäre vielleicht nicht in dem ewigen Kreislauf von leugnen, sich verteidigen, abblocken gefangen geblieben. Vermutlich würde ich mir heute auch einen außenstehenden Mediator dazu holen, niemanden, der uns kennt.

Irgendwo, tief im Inneren weiß der Pornosüchtige ja auch, dass da etwas schief läuft mit seinem Verhalten. Er spürt ja auch die Veränderungen, die mit ihm vor sich gehen. Und manchmal ist er auch dazu in der Lage, das kurz einzugestehen. Manchmal, nicht immer. Das hält halt leider nur nicht lange an, denn die Sucht ist stärker. Je nachdem wie tief der Partner schon drin steckt, wie groß sein eigener Leidensdruck ist, reagiert er dann auch. Manche schaffen es, durch das eigene Unwohl fühlen, die Schwierigkeiten in der Partnerschaft, auf Arbeit, im Freundeskreis da raus zu kommen. Sie erkennen, dass sie Hilfe brauchen und da sind die Prognosen dann auch gut.

Aber es gibt auch die andere Seite: Er reagiert mit Vorwürfen, Unterstellungen und Gemeinheiten. Er gibt sein eigenes Versagen an dich weiter, indem er dich für seinen Zustand verantwortlich macht. Dann bedeutet es, dass du ihn in die Pornosucht treibst, weil du langweilig, nicht sexy genug bist, nicht experimentierfreudig, was auch immer. Das muss 100 mal nicht stimmen, aber er muss das so sagen. Süchtige, die ihre eigenen Schwierigkeiten verleugnen, handeln so. Es ist ihm peinlich, vor sich selbst zuzugeben, dass er 6 bis 8 Stunden am Tag vor dem PC zubringt und dort in sexchats auf Pornoseiten die irresten Dinge macht. Er schämt sich und wehrt ab, indem er das Gegenüber beschuldigt. Ablenken vom Hauptthema. Auf einmal ist die Sucht nicht mehr Topic, sondern, dass die Partnerin angeblich spioniert. Und spätestens an dem Punkt würde ich heute die Aussprache beenden. Sackgasse!

Leider bin ich damals drauf angesprungen und habe mich dummerweise gerechtfertigt. Es war geschickt gemacht und ich war auf einmal in der Defensive. Erklärungen haben dann nichts mehr gebracht! Sätze, wie: Aber du hast die Seite doch an meinem PC offen gelassen! Du hast mir doch die Bilder auf meinem PC gespeichert…“ hätte ich mir sparen können, denn sie erreichten mein Gesprächspartner nicht. Heute würde ich in dem Fall das Zimmer verlassen, damals wollte ich ihm ‚klar machen’, ich wollte, dass er versteht und einsieht. Das ist aber zuviel verlangt von einem Pornosüchtigen.

Ein wichtiger Punkt, den ich leider erst im Nachhinein erfahren habe, ist, dass die Sex, bzw. Cybersex Süchtigen sich im Internet vernetzen. Nicht nur um ihrer Sucht zu frönen, sondern auch, um sich gegenseitig zu stützen. Da erzählt der eine, dass er alles heimlich machen muss, weil seine Frau ihn nicht versteht. Und er wird dann dort von Gleichgesinnten ‚aufgefangen’ indem sie ihn bestärken. „Du hast ja uns, wir helfen dir weiter, wir verstehen dich. Du armer bist mit einer verklemmten Frau geschlagen“. Keiner von diesen ‚Freunden’ kommt auf die Idee, ihm mal zu sagen: hast du deiner Freundin denn überhaupt mal erzählt, was du dir wünscht?“ vermutlich käme dann raus, dass in dem ‚Nicht-Reden’ ein großes, wenn nicht DAS Problem liegt. Der Pornosüchtige schämt sich seiner Neigungen und setzt voraus, dass die Partnerin da ‚nicht mitmacht’, ohne es versucht zu haben, bzw angesprochen. Die ‚Mit-Süchtigen’ stecken in derselben Problematik und wollen gar nichts ändern, aber sie wollen den Sucht-Kollegen in ihren Kreisen behalten. Denn das gibt auch ihnen das Gefühl, nicht alleine zu sein. Es wird eine Wand gegen die anderen aufgebaut, die einfach nur ‚gegen uns sind, und uns nicht verstehen’. Gegenseitig wird sich ‚geholfen’ in dem man von dem ‚Theater’ erzählt, dass man zu Hause hat. Man gibt sich Strategien, Formulierungen an die Hand, wie man sich dagegen ‚wehren’ kann. Und zur Not: Du kannst immer mit mir reden, ich bin nachher wieder online, wenn meine Frau im Bett ist, die versteht mich auch nicht. Ich zeig dir dann nachher Bilder, die ich gefunden hab! Das lenkt dich ab und du bekommst den Kopf wieder frei’. Und das ist wie Feuer mit Benzin löschen wollen.

Leider hab ich das erst lange nach Ende der Partnerschaft erfahren. Bei der Arbeit an diesem Blog hat jemand Kontakt zu mir aufgenommen, der den reboot versucht, aber auch meinen Partner aus dem Netz kannte. Das haben wir in langen Telefonaten herausgefunden an Hand der Chatnamen, die mein Mann sich im Netz gegeben hat. Ich weiß nicht, ob sich etwas geändert hätte, wenn ich das alles vorher gewusst hätte. Solange man in der Situation steckt, solange man die Verletzungen so direkt empfindet, kann man nicht kühl und kopfgesteuert diskutieren. Ich hätte es auf jeden Fall nicht gekonnt. Aus heutiger Sicht würde ich versuchen, mit ihm zu einer Mediation zu gehen. Aber auch das hat nur Zweck, wenn er das auch wirklich will. Patentlösungen gibt es keine, leider.

 

 

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Erinnerungen

Da gibt es eigentlich drei Stapel! Die sind schön, die behalte ich! Die sind nicht so schön, aber ich hab draus gelernt, motte ich ein! Die waren Mist, aber Lektion gelernt, können endgültig weg.

 Die sind schön, die behalte ich!

Das sind die Besten und die behält man auch sein Leben lang. Die kann einem keiner nehmen und es sind die Wichtigsten. In keiner Beziehung war von Anfang an alles schlecht. Man hat zärtliche Momente geteilt, gute Erfahrungen zusammen gemacht, gemeinsam vielleicht etwas aufgebaut. Traumhafte Urlaube, oder einfach nur die kleinen Gesten, die eine Liebe so wunderschön machen. Das muss nicht immer was Großes gewesen sein. Eine der schönsten Erinnerungen die ich hab ist, als ich nach dem Duschen an einem Wintermorgen aus dem Bad kam, aus dem Schlafzimmerfenster schaute. Der zugeschneite Terrassentisch mit einem aufgemalten Herz und unseren Initialen! Ich erinnere mich an romantische Nachmittage auf einer Obstwiese. Stöbern auf Burgen, Picknick am Rheinufer. Gemeinsam besuchte Konzerte, wundervolle Urlaube, oder nur das Kuscheln auf der Couch. Das gemeinsame Pflanzen der Bäume und Sträucher in unserem Garten. Die Freude über die Erfolge des anderen, Die zärtlichen Berührungen im Vorbeigehen, die kurzen Liebesmails über den Tag verteilt, der Anruf in der Mittagspause Jeder hat da seine eigenen Sachen, die er tief in sich verschließt und die einem keiner nehmen oder übertrumpfen kann. Die gehören nur dem einen Paar, die sind einzigartig und können auch nicht wiederholt werden. Die lohnen zu behalten und mit einem Lächeln im Gesicht und im Herzen ab und zu wieder hervor zu holen. Die dürfen bleiben!

 Die sind nicht so schön, aber ich hab draus gelernt, motte ich ein!

Dann gibt es dieschlechten Erlebnisse, die aber gute Lektionen sind. Das sind auch Erinnerungen, die vielleicht ein bisschen weh tun, nicht schön sind, aber sie haben uns weitergebracht. Wir haben daraus gelernt. Klar, wir hätten drauf verzichten können. Und wenn wir die Lehre daraus gezogen haben, dann können sie in eine Kiste gepackt werden, und im Keller unserer Erinnerungen gelagert werden. Vielleicht brauchen wir sie noch einmal, wenn wir zum Beispiel die Lektion, die wir daraus gelernt haben, vergessen, wenn wir denselben Fehler wieder machen könnten. Dann ploppt die Kiste auf und wir erinnern uns und wenn wir schlau sind, bewahrt uns das vor einer Fehlentscheidung. Sie sind nicht so wirklich schön, aber sie sind nützlich. Nur sollten sie nicht dauernd präsent sein, das würde uns am weitergehen, am Neuanfang hindern.

 Die waren enormer Mist, aber Lektion gelernt, verdaut, können weg!

Das sind die schlimmsten Erinnerungen. Lügen, Betrug, Schmerzen, psychische, wie physische Verletzungen. Erniedrigung bis hin zum Selbstzweifel, manchmal auch Selbstmordgedanken. Auch daraus sollten wir lernen und erstarken. Wir sollten sie verarbeiten, aufarbeiten. Egal wie lange es dauert, wenn notwendig, auch mit professioneller Hilfe von außen. Und dann sollten sie aber auch weg! Sich dauerhaft in den schlechten Erinnerungen suhlen, führt zu Hass und man wird nicht wirklich frei. Frei für Neues und für ein neues Leben. Hass blockiert. Das bedeutet nicht, dass wir nicht vorsichtig sein sollen. Wir sollten uns aber auch davor hüten, diese Erlebnisse über zu bewerten oder uns gar von fremden Dritten aufheizen zu lassen. Misstrauen über das normale Maß hinaus, schadet uns, nicht dem Verursacher. Und zur Mahnung haben wir ja noch den zweiten Stapel im Keller unserer Erinnerungen.

 

 

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Wer ist das?

Gastbeitrag von S.K.

Manchmal stell ich mir die Frage wirklich. Und ich stell sie mir wegen eines Mannes, mit dem ich 22 Jahre verheiratet war. Über einen Mann, in den ich mich verliebt habe, weil er alles war, was man sich wünschen kann. Was ich mir gewünscht habe. Wir haben schlimme Zeiten durchlebt und zusammen gemeistert. Wir haben aber überwiegend wunderbare Zeiten erlebt, die ich in meiner Erinnerung fest verschlossen habe und an die ich sehr gerne denke. Wir haben zusammen ein Nebenerwerbsgeschäft aufgebaut und es erfolgreich geführt, ja sogar international ausgeweitet. Gemeinsam sind wir unserem Hobby nachgegangen und waren viel unterwegs. Ich habe seinen beruflichen Werdegang unterstützt und gefördert, ich hab ihn aufgebaut und gefördert, wenn es in der Firma, in der er angestellt war, mal nicht so lief. Ich habe seine Pläne unterstützt und bin mit ihm ans andere Ende Deutschlands gezogen, obwohl es mich von meiner Heimat weit weg geführt hat. Und ich hab das gerne getan, weil ich auf der anderen Seite einen Mann hatte, von dem ich mich geliebt und geachtet gefühlt habe, der auch mich unterstützt hat und mit dem es eine Freude war, zusammenzuleben.

Über Pornosucht brauche ich nichts mehr zu schreibe, dazu gibt es in dem Blog hier einiges zu lesen und Informationen. Nur soviel: in den letzten Jahren unserer Ehe ging dann eine enorme charakterliche Veränderung mit ihm vor, die letztendlich zur Scheidung geführt hat. Da war ein purer Egoismus, stundenlange Sessions am PC, unser eigentlich schönes und abwechslungsreiches Sexleben erstarb und er hat sich immer mehr eingeigelt. Ausgehen fiel komplett flach, er lebte zum Schluss nur noch mit seinem PC und seinen ‚Freunden’ in der virtuellen Welt. Er begann zu lügen und zu betrügen. Schockierend fand ich, auch, was da noch lange nach der Trennung alles raus kam. Dieser höfliche und zuvorkommende Mann hat sich zu einem beleidigenden, verbal aggressiven Despoten gewandelt. Bis weilen blitzte der ‚alte’ Freund und Partner noch einmal durch und er hatte sogar ein schlechtes Gewissen. Nur hielt das nie lange an. Bestätigung suchte er im Internet und fand die wohl auch unter ‚Gleichgesinnten’. Bis ich dann irgendwann das Haus und ihn verließ.

Nach der Trennung und Scheidung lernte ich dann in ihm einen Mann kennen, mit dem ich im Leben nichts hätte zu tun haben wollen. Er setzte alles daran mich zu ruinieren, psychisch und physisch fertig zu machen. Unterstützt wurde er darin von seiner neuen Freundin, die wohl einen enormen sexuellen Einfluss auf ihn ausübte und den auch zu nutzen wusste. (Wenn du nicht, dann darfst du nicht, komm ich nicht usw) . War ja auch leicht für sie, sich ins gemachte Nest zu setzen und von seinem finanziellen Status zu profitieren. Aber mir war klar, dass auf so einer ‚Verbindung’ langfristig kein Segen liegen wird. Dafür kenn ich ihn zu gut und weiß, dass das auf Dauer nicht gut gehen wird und auch sie dann nur eine ‚Episode’ in der Liste von vielen sein wird.

Ich lernte eine Seite an ihm kennen, die es vorher nicht gab. Lügen, Intrigen, Rücksichtslosigkeit, Erpressung und Gemeinheiten, die sich sogar auf die Kinder aus meiner ersten Ehe erstreckten. Am meisten traf mich wohl, dass er das ohne schlechtes Gewissen getan hat. Dass all das, was wir zusammen erlebt haben, was uns einmal zusammengeschweißt hat, nichts mehr wert war, nicht mehr gezählt hat. Und vor allem, dass er sogar soweit ging, die Vergangenheit zu verdrehen. Pippi-Langstrumpf-Syndrom: ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt! Er baute sich eine Geschichte zusammen, die es ihm wohl ermöglichte, sein Verhalten vor sich und der Außenwelt zu rechtfertigen. Das gemeinsame Geschäft wurde ruiniert und kaputt gemacht, getroffene Vereinbarungen wurden gebrochen, wohl auch auf Betreiben seiner neuen Freundin. Vielleicht hat sie einfach nur Angst vor mir und vor der langen Zeit, die mein Mann und ich zusammen gelebt haben, vor unserer gemeinsamen Vergangenheit. Keiner von beiden hat eigentlich verstanden, dass ich einfach nur aus dieser zum Schluss sehr scheußlichen Ehe raus wollte. Und zwar in Frieden. In meiner Verblendung dachte ich: wir treffen Vereinbarungen, die werden dann von beiden Seiten eingehalten und wir gehen freundlich auseinander, jeder seiner Wege. Es gibt in der Welt genug Beispiele von Paaren, bei denen das funktioniert. Und das wäre auch hier gegangen. Aber die Pornosucht und das was er da anscheinend jetzt von der anderen Frau ‚geboten’ bekommt, zusammen mit der charakterlichen Veränderung, die in den letzten Jahren mit ihm vorgegangen ist, machte das unmöglich. Schade. Und somit frag ich mich:

 Wer ist das? Ich kenn den Mann nicht (mehr wieder).

 

 

 

 

 

 

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Was soll man der Neuen von der Ex erzählen?

Spannende Frage, die man aus mehreren Gesichtspunkten beleuchten muss. Das ist mir spätestens nach meiner Umfrage auf facebook klar geworden. Da kamen viele Antworten zusammen, die nun Grundlage für den Beitrag hier bilden.

Ein wichtiger Punkt ist, wann erzähle ich der momentanen Flamme was von der ehemaligen Partnerin. Beim ersten Treffen und in der Anbahnungsphase ist es nie gut, zuviel von der früheren Partnerin zu erzählen. Das kann einmal ein Hinweis darauf sein, dass man mit seiner Frau noch nicht fertig ist und sein Leben noch nicht wieder ohne sie führen will/kann. Selbst wenn man gerade versucht, eine neue Beziehung anzubahnen. Für viele Frauen ist das ein Warnsignal und damit haben sie meist Recht. Es besteht aber durch aus auch die Möglichkeit, dass der Mann damit einfach nur Mitleid ernten möchte, um eine Art Beschützerinstinkt hervorzurufen: „Schau, wie schlecht es mir ergangen ist, mach du es besser. Hilf mir.“

Erzählungen von Intimitäten und dem Alltag in der vergangenen Partnerschaft gehen die Neue schon mal gar nichts an. Das sind Dinge, die in die alte Beziehung gehören und nichts in einer Neuen zu suchen haben. Keine neue Flamme hört gerne Bettgeschichten von der langjährigen Partnerin. Das sind Erinnerungen, die das Paar geteilt haben und somit niemanden etwas angehen. Auch die familiären, beruflichen und persönlichen Details gehen die Neue nichts an, schon gar nicht, wenn es eigentlich noch keine Beziehung ist, oder sie auf wackligen Füsen steht. Das ist einmal ein Vertrauensbruch gegenüber der ersten Frau und zum anderen auch keine Basis für nächste eventuelle Beziehung. Die Nachfolgerin muss sich klar machen: spricht er so über seine Ex, wird er nicht anders über mich reden, wenn die Beziehung beendet ist oder vielleicht gar nicht zu Stande kommt. Die finanzielle, beruflich Situation der Ex-Frau gehen die ‚Neue’ schon mal gar nichts an. Das sind Informationen, die zur Privatsphäre der Ex-Frau gehören.

Ist man nach einiger Zeit der Meinung, die Beziehung ist gefestigt, kann man durchaus mal etwas erzählen, aber auch da reicht es aus, wenn das allgemein gehalten wird. Und nicht ungefragt, sonst kommt gleich wieder ein ungutes Gefühl auf: vergleicht er mich mit seiner ersten Frau? War sie besser, schlauer, schöner blabla! Je nach Eifersuchtspotential kann das zu Ärger führen.

Und dann gibt es da noch die andere Seite der Medaille: Man(n) weiß nie, was man da im Internet, auf Dating Lines, in chats ‚aufgabelt’! Das Plappermaul, das beim ersten Date oder beim ersten Sex-Date schon alles ausplappert, gibt dem Gegenüber unter Umständen eine Waffe in die Hand, die nicht nur sein weiteres Leben, sondern auch das der Ex-Partnerin negativ beeinflussen, oder gar ruinieren kann. Nach so kurzer Zeit kann man einen Menschen nicht einschätzen, auch wenn es gerade in der Kiste noch so schön und emotional war. Man(n) weiß nie, was das Gegenüber daraus macht. Wenns ganz dumm läuft, kann das in manchen Fällen auch in Erpressung enden! „ich weiß von dir, von deiner Ex dies oder jenes, nun mach gefälligst, was ich will.“ Muss nicht so sein, die Gefahr besteht aber. Je nachdem was die Dame für einen Charakter hat.

Deshalb an die Plappermäuler: Klappe halten! Das Leben der und mit der früheren Frau, der langjährigen Partnerin geht das neue Gspusi nichts an! Behaltet doch Eure Erinnerungen für Euch. Schafft mit der derzeitigen Flamme anderen, neue Erinnerungen, und lebt nicht die alten Gefühle in Erzählungen immer wieder aus.

Und an die ‚neuen Frauen’: hütet Euch davor, die ehemalige Partnerin zu be- und verurteilen. Ihr kennt sie nicht und ihr wisst nicht, was an den ‚Geschichten’ wahr ist und was nicht. Erst recht, wenn ihr den Mann das erste, zweite oder 3. Mal vor Euch habt. Ihr kennt ihn nicht, und was in chats geschrieben wird, muss nicht der Wahrheit entsprechen.

 

Wird fortgesetzt, sobald ich alle Antworten anonymisiert habe.