Veröffentlicht in Allgemein, über Pornosucht

Mein Kommentar

Beim recherchieren bin ich auf den Blog:

http://sexualtherapie.online/blog/wie-erkennt-man-pornosucht/#comment-2008

gestossen. Hier mein Kommentar zu diesem Beitrag:

Im Prinzip stimme ich Ihnen zu. Allerdings halte ich die Aussage: „… wenn die Frau weniger Lust hat, als der Mann….“ für zu oberflächlich und in vielen Fällen für schlichtweg falsch und auch gefährlich. Damit wird der Frau eine gwisse Teilschuld angelastet, die sie im Allgemeinen schlicht und einfach nicht hat. Und es stürzt die Frau, wenn sie diese These denn annimmt, in große psychische Probleme. In einer Beziehung mit einem pornosüchtigen Mann erlebt die Partnernin ohnehin schon genug Anschuldigungen und ungerechtfertigte Unterstellungen. Das gehört zum Verschleierungsverhalten des Süchtigen, sowohl bei Alkoholmißbrauch, wie auch bei der Pornosucht.

Während meiner Arbeit mit/an dem Thema habe ich viele Betroffene kennengelernt, die schon in der  ‚Vor-Internet‘ Zeit pornosüchtig waren, damals ihre Sucht mit Heftchen, anonymen Peepshows, Spanner-Verhalten usw. ausgelebt haben. Ich habe mit Männern gesprochen, die teils schon seit über 30 Jahren süchtig waren, lange bevor sie in eine Partnerschaft ‚eingestiegen‘ sind. Das Internet mit seinem massigen Angebot fördert die Sucht heute. Unzählige Seiten mit immer krasseren Praktiken und Bildern sind leicht zugänglich und ermöglichen es, unbegrenzt und immer schneller die ‚Dosis‘ zu erhöhen. Seitensprung-Agenturen und entsprechende Werbung im (Spät-) TV suggerieren dem Süchtigen, dass es normal ist, seine Frau als langwweilig zu empfinden und deshalb eine entsprechende ‚Hot-Line‘ anzurufen, einen Seitensprung zu begehen usw.. Dabei bekommt der Süchtige eine Art Absolution für seine Sucht, und sein Unvermögen, realen Sex zu haben. Er darf beruhigt weitermachen, weil das Problem ja nicht bei ihm liegt.

Ja, der Pornosucht liegen sicher psychische Störungen und/oder Erkrankungen zu Grunde. Und ja, die kann auch nur in einer professionell durchgeführten Therapie behandelt werden. Und wie bei allen Therapiene, kann es hier nur einen Erfolg geben, wenn der Betroffene das auch wirklich will. Leider ist die Scham immer noch viel zu groß, dieses Thema offen anzugehen und/oder zuzugeben. Genau wie bei der Alkoholsucht, leiden nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Familien und Partner darunter.

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